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Raiffeisen-Genossenschaften

Waren- , Dienstleistungs- und Agrargenossenschaften in der Raiffeisen-Organisation

Genossenschaften in der Landwirtschaft

2.604 rechtlich selbstständige Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften berufen sich auf die Ideen Friedrich Wilhelm Raiffeisens. Nahezu alle Landwirte, Gärtner und Winzer sind Mitglied einer oder mehrerer ländlicher Genossenschaften.
Als Markt- und Dienstleistungsunternehmen der deutschen Landwirtschaft versorgen die Raiffeisen-Genossenschaften ihre Mitglieder mit Betriebsmitteln, z. B. Futtermitteln, Düngemitteln und Maschinen. Sie erfassen und verarbeiten die gesamte Palette der tierischen und pflanzlichen Erzeugnisse.

Vielfältige Unterstützung

Die ländlichen Genossenschaften vermarkten ihre Produkte auf in- und ausländischen Märkten. Hohe Erlöse und die unternehmerische Selbstständigkeit der bäuerlichen Mitglieder sichern, das sind die erklärten Ziele. Genossenschaften sind wichtige Handels- und Vertragspartner der Landwirte, besonders bei der Vermarktung tierischer und pflanzlicher Erzeugnisse sowie beim Einkauf von Betriebsmitteln. Die Geschäftstätigkeit umfasst zudem vielfältige Dienst- und Beratungsleistungen. Hierzu zählen u. a. die Reparatur von Landmaschinen und die Beratung der Mitglieder beim Ausbau der markt- und umweltgerechten Produktion. Sie loten aber auch die Marktchancen für neue Produkte aus. Raiffeisen-Genossenschaften führen Bodenproben durch, beraten beim Pflanzenschutz und analysieren Futterproben. Sie engagieren sich seit Jahren für den Anbau und die Vermarktung nachwachsender Rohstoffe.

Stark auf dem Land

Für die Versorgung ländlicher Gebiete mit Bedarfsgütern sind die Genossenschaften besonders wichtig. Sie liefern Heizöl und Kraftstoffe an gewerbliche, landwirtschaftliche und private Kunden und betreiben über 670 moderne Bau-Fachmärkte. Über 1.600 Raiffeisen-Märkte stellen ein breites, hochwertiges Sortiment für Haus, Garten und Tiernahrung bereit. Fachberater stehen den Kunden zur Seite. Auch bei der Rückführung von Verpackungen bzw. dem Recycling von Wertstoffen wirken Genossenschaften mit. Sie tragen mit ihrem umfassenden Leistungsspektrum dazu bei, dass der ländliche Raum lebensfähig bleibt und weiter an Anziehungskraft gewinnt.

Qualität und Sicherheit

Für die Ernährungsindustrie, den Lebensmittelhandel und das Lebensmittelhandwerk sind die Raiffeisen-Genossenschaften wichtige, verlässliche Partner in der Wertschöpfungskette. Durch den engen Verbund mit den Erzeugern und die Zusammenarbeit zwischen Primärgenossenschaften, regionalen Zentralen und den Einrichtungen auf Bundesebene stellen die Genossenschaften die gewünschten Mengen und Qualitäten bereit. Durch Erfassung, Lagerung und Aufbereitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse bündeln sie handelsfähige Partien. Die Genossenschaften führen strenge Kontrollen durch, arbeiten mit zuverlässigen Qualitätssicherungssystemen und garantieren einen lückenlosen Herkunftsnachweis. Qualität und Sicherheit haben höchste Priorität. Die Markenprodukte genossenschaftlicher Herkunft werden von Handelspartnern und Verbrauchern im In- und Ausland sehr geschätzt.

Bündelung der Kräfte

Aus den Selbsthilfe- und Notgemeinschaften des 19. Jahrhunderts entwickelten sich moderne und leistungsfähige Raiffeisen-Genossenschaften. Sie erfüllen die steigenden Anforderungen, die an Rohstoff- und Lebensmittelqualität gestellt werden.
Der harte Wettbewerb auf den europäischen und weltweiten Agrarmärkten, der anhaltende Strukturwandel in der Agrarwirtschaft sowie die fortschreitende Konzentration in den vor- und nachgelagerten Handelsstufen zwingen auch die Genossenschaften zur weiteren Bündelung ihrer wirtschaftlichen Kräfte.

Agrargenossenschaften

Nach der deutschen Wiedervereinigung hat die Raiffeisen-Organisation die Beratung, Betreuung und Prüfung von Agrargenossenschaften in Ostdeutschland übernommen. Ihnen kommt eine wichtige Rolle zu: 834 Agrargenossenschaften setzten im Jahr 2010 etwa 2,0 Mrd. Euro um. Knapp 30.000 Menschen sind in diesen Unternehmen beschäftigt.

Raiffeisen-Genossenschaften in Zahlen

Raiffeisengenossenschaften sind bedeutender Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber im ländlichen Raum. Die Raiffeisen-Organisation erzielte im Jahr 2010 einen Gesamtumsatz von 41,0 Mrd. Euro. Gegenwärtig sind rund 100.000 Menschen, darunter zahlreiche Spezialisten und hochqualifizierte Fachleute, in Genossenschaften tätig.

Der Deutsche Raiffeisenverband e. V. (DRV) vertritt die vielschichtigen Interessen der ländlichen Genossenschaften gegenüber Regierung, Parlament, Verwaltung, Verbänden sowie der Öffentlichkeit auf nationaler und internationaler Ebene mit seinen Büros in Berlin, Bonn und Brüssel.