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EnWG-Novelle


„Netzpaket“ könnte die lokale Energiewende ausbremsen

9. Februar 2026


In den letzten Tagen kristallisiert sich heraus, wie sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die geplante EnWG-Novelle vorstellt. Nach übereinstimmenden Medienberichten plant das Ministerium, die geltenden Vorrangregeln für erneuerbare Energien abzuschwächen. Der garantierte Netzanschluss und die garantierte Einspeisung bilden aber die zentrale Grundlage, auf der kleine und mittlere Akteure Investitionsentscheidungen treffen.

Die neuen Einschränkungen der Vorrangregeln für erneuerbare Energien würden zwar für alle Marktakteure gelten, derzeit wird aber über die Einführung einer Hürde bei Netzanschlüssen mit einer Nennleistung über 135 Kilowatt diskutiert. Viele kleine und mittlere Akteure wie Energiegenossenschaften installieren Solarstromanlagen, die oftmals eine installierte Leistung unter 100 Kilowatt haben. Wenn Netzanschlussauskünfte und eine diskriminierungsfreie Registrierung der Anschlüsse erst bei einer Nennleistung von 135 Kilowatt garantiert wird, drohen Nachteile für diese Akteure.

Noch stärker könnten kleine und mittlere Marktakteure aber durch die diskutierten individuellen Baukostenzuschüsse und den Redispatchvorbehalt betroffen sein. Dies würde zusätzliche Projektkosten und weitere Unsicherheiten bringen. Viele Vorhaben könnten dann nicht mehr umgesetzt werden. Insbesondere auch neue  Solar- oder Windprojekte von Energiegenossenschaften wären hiervon betroffen. Dies würde das lokale Engagement der Bürger:innen ausbremsen und den erzeugten Strom verteuern.

Unser Vorstand Jan Holthaus weist auf die Folgen eines solchen Systemwandels hin: „Die knapp 1.000 Energiegenossenschaften in Deutschland investieren vielfach in Solarstromanlagen auf den Dächern, aber auch in Freiflächenanlagen, Wind- und Bioenergie. Diese Investitionen der Bürgerinnen und Bürger benötigen verlässliche Rahmenbedingungen. Hierzu gehören klare Regelungen zur Refinanzierung und ein sicherer Netzzugang. Ohne diese Rahmenbedingungen würden die Teilhabe der Menschen und damit notwendige Investitionen und Akzeptanz der Energiewende ausgebremst.“

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