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Ein neuer Hebel für die Transformation


Ministerien stellen Plan für den Deutschlandfonds vor

20. Dezember 2025


Um die Wirtschaft bei den notwendigen Transformationsprozesse der zu unterstützen, haben das Bundesfinanzministerium (BMF), das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) und die KfW den Deutschlandfonds ins Leben gerufen. Angekündigt im Koalitionsvertrag soll er ein zentrales Finanzierungsinstrument sein, um private Investitionen im großen Stil zu mobilisieren und dort einzuspringen, wo Finanzierungslücken bestehen.

Zielsetzung und Wirkweise: Privates Kapital aktivieren

Kern des Deutschlandfonds ist, nicht allein auf staatliche Subventionen zu setzen, sondern die KfW als Plattform für privates Kapital zu nutzen. Durch staatliche Garantien und Absicherungsmechanismen wird das Risiko für private Investoren und Banken reduziert. Das Ziel ist eine Hebelwirkung: Mit moderaten staatlichen Mitteln sollen deutlich größere Summen an privatem Beteiligungs- und Fremdkapital für zukunftsträchtige Projekte freigesetzt werden.

Bereich Energiewirtschaft: Risikoabsicherung als Schlüssel

Besonderes Augenmerk liegt auf der Energiewirtschaft, da hier der Investitionsbedarf für die Transformation am höchsten ist. So sollen verschiedene Bausteine ineinandergreifen, um den Aus- und Umbau der Energieerzeugung und -verteilung zu ermöglichen. Zum Start des Deutschlandfonds werden etwa Risiken bei der Geothermie abgesichert. Tiefengeothermie gilt als Hoffnungsträger für die Wärmewende, doch die hohen Kosten für Bohrungen schrecken Investoren ab, da das Risiko besteht, nicht auf ausreichend heißes Wasser zu stoßen (das sogenannte Fündigkeitsrisiko). Der Deutschlandfonds soll genau dieses Risiko absichern. Wenn eine Bohrung erfolglos bleibt, greift der Schutzschirm des Fonds, was Projekte erst „bankfähig“ macht und Kommunen sowie Unternehmen die Planungssicherheit gibt, die sie für den Start benötigen.

Geplant ist zudem, die Kreditaufnahme von Stromverteil- und Wärmenetzbetreibern abzusichern, damit diese ihre in den nächsten Jahren stark steigenden Investitionen stemmen können. Darüber hinaus sollen private und kommunale Energieversorgungsunternehmen über die für die Finanzierung erforderliche Eigenkapitalbasis verfügen. Hier soll der Deutschlandfonds unterstützen, damit Investoren und Energieversorger leichter zusammenfinden können.

Obwohl der Start des Fonds als politischer Meilenstein gewertet wird, bleibt abzuwarten, wie die genaue Ausgestaltung am Ende aussieht und wer schlussendlich davon profitiert.

Die Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften fordert bereits seit Bekanntwerden der Pläne für den Deutschlandfonds, den Zugang auch für Genossenschaften sicherzustellen. Insbesondere neu gegründete Wärmegenossenschaften haben ohne Absicherung häufig einen erschwerten Zugang zu Fremdkapital und müssen höhere Zinssätze und Eigenkapitalquoten in Kauf nehmen. Dies kann Projekte unwirtschaftlich machen und so die Wärmewende verzögern.

Der Deutschlandfonds markiert einen Strategiewechsel in der deutschen Wirtschaftspolitik: Weg von reinen Zuschüssen, hin zu einer intelligenten Risikoübernahme durch den Staat. Insbesondere für die Wärmewirtschaft bietet er die Chance, den notwendige Ausbau der Wärmenetze in die Umsetzung zu bringen – sofern die nun folgende Detailgestaltung der Programme die Bedürfnisse der Praxis trifft.

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