Lateinamerika

Brasilien


In Brasilien arbeiten wir in zwei Projekten. Das BMEL-Projekt unterstützt den Austausch von Best-Practices zwischen den landwirtschaftlichen Genossenschaftsverbände in Brasilien, Argentinien und Deutschland durch Fach- und Prozessberatung. Das BMZ-Projekt ergänzt unsere Beratungsaktivitäten in Brasilien um die Bereiche erneuerbare Energien und Finanzen. Gemeinsam mit dem genossenschaftlichen Dachverband OCB wird die landesweite intergenossenschaftliche Kooperation gefördert, um strukturschwache Primärgenossenschaften in ein nachhaltiges System zu integrieren.

Über das Projekt


Das Projekt „Kooperation des DGRV mit dem nationalen OCB-SESCOOP-System in Brasilien und genossenschaftlichen Strukturen in Argentinien“ unterstützt genossenschaftliche Strukturen durch Fach- und Prozessberatung sowie einen internationalen Expertenaustausch zwischen landwirtschaftlichen Genossenschaftsverbänden in Brasilien, Argentinien und Deutschland.

Landwirtschaftliche Primärgenossenschaften und ihre Mitgliedsbetriebe können ihre Produktivität, Effizienz und Nachhaltigkeit durch verbesserte Dienstleistungen der Dach- und Regionalverbände sowie der Sekundärgenossenschaften steigern.

Relevante Arbeitsbereiche sind:

  • Aus- und Fortbildung von Mitarbeitern von Genossenschaften und Verbänden
  • Strategieentwicklung und praktische Anwendung der Strategieberatung in landwirtschaftlichen Genossenschaften
  • Austausch zwischen dem DGRV und den Partnern, in dem Best-Practice-Beispiele aus Deutschland und den Partnerländern vermittelt werden
  • Trilaterale Zusammenarbeit in Kooperationsfragen zwischen Argentinien, Brasilien und Deutschland

Das Projekt entwickelt bedarfsorientierte Bildungsangebote innerhalb der Vereinigung und Strukturen in Brasilien und Argentinien. Diese Bildungsangebote werden zunächst regional entwickelt und angewandt. In einem zweiten Schritt werden standardisierte Methoden und Instrumente über die Regionen hinaus ausgeweitet.

Dazu gehört z.B. die regelmäßige Durchführung modularer Ausbildungskurse für Aufsichtsräte und Vorstandsmitglieder in Genossenschaften. Weitere aktuelle Themen im Bildungsbereich sind Beratungsmethodik und Soft Skills, Interne Revision/Risikomanagement und Kostenrechnung. Das Projekt verbessert auch das Management in den Bereichen Planung, Steuerung und Kontrolle. Darüber hinaus werden die Partnerverbände bei der Entwicklung von Strategien, Methoden und Instrumenten in den Schwerpunktbereichen des Projekts unterstützt und Informationen zur Förderung von Kooperationsmöglichkeiten bereitgestellt zwischen Genossenschaften.

Die gemeinsame Entwicklung einer Methodik zur strategischen Beratung landwirtschaftlicher Genossenschaften auf der Grundlage von Fallstudien führte zu Schulungen für Verbandsberater (z.B. Beratungsmethodik, Soft Skills, Finanzanalyse) und Mitarbeiter in Genossenschaften (z.B. Analyse von Geschäftsprozessen und deren Finanzkalkulation).

Im Hinblick auf Kooperationsmöglichkeiten ist das Projekt in den Bereichen gemeinsame Dienstleistungen für Genossenschaften (Warenwirtschaftssysteme) und digitale Handelsplattformen.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert.

Partner


Projektpartner in Brasilien sind der nationale Dachverband OCB („Organização das Cooperativas Brasileiras“) und die genossenschaftliche Bildungseinrichtung SESCOOP („Serviço Nacional de Aprendizagem no Cooperativismo“) mit Sitz in Brasilia.

An dem Projekt sind außerdem vier Regionalverbände in den Bundesstaaten Rio Grande do Sul, Paraná, São Paulo und Espírito Santo beteiligt, um die im Projekt entwickelten Methoden und Instrumente in einem Pilotprojekt umzusetzen:

Regional Cooperative Association Paraná

Regional Cooperative Association Sao Paulo

Regional Cooperative Association Espírito Santo

Kontakt


Nina Hildebrandt

+49 228 8861 352
international@dgrv.de

Über das Projekt


Das BMZ-Projekt in Brasilien ist in drei verschiedenen genossenschaftlichen Sektoren tätig: Landwirtschaft, erneuerbare Energien und Finanzen. Um die regionalen Ungleichheiten zu verringern, arbeiten wir hauptsächlich im Norden und Nordosten Brasiliens. Genossenschaften in ländlichen Gebieten werden durch das Programm AceleraCoop gestärkt, das in den Bereichen Management, Regierungsführung, strategische Planung und der Förderung des Aufbaus von Netzwerken, Partnerschaften und Allianzen für diese Genossenschaften tätig ist. Dieses Programm, das vom Partner SESCOOP Nacional mit unserer Hilfe entwickelt wurde, zielt darauf ab, die Struktur und die von diesen Genossenschaften angebotenen Dienstleistungen zu verbessern, um Beschäftigung und nachhaltiges Einkommen für ihre Mitglieder zu schaffen.

Was die Produktion erneuerbarer Energie durch Genossenschaften betrifft, so lässt sich ein großes Potenzial für den gesamten Sektor feststellen, einschließlich neuer Genossenschaften für die Produktion und den Verbrauch erneuerbarer Energien, aber auch Genossenschaften, die in allen anderen Sektoren tätig sind. Die Möglichkeit, die Energiekosten zu senken und durch eigene Energieproduktion und eine höhere Energieeffizienz zum Umweltschutz beizutragen, hat erst in jüngster Zeit die Aufmerksamkeit der brasilianischen Bevölkerung erregt und erfordert noch immer einen höheren Grad an Anerkennung. Der Dialog und Austausch zwischen der Gruppe der Genossenschaften, die sich mit der Produktion und dem Verbrauch erneuerbarer Energien befassen, wird ebenfalls angeregt.

Die Kreditgenossenschaften in Brasilien sind ein hervorragendes Instrument zur Förderung der finanziellen Eingliederung (sie bieten bereits ein sehr vielfältiges Produktsortiment an) und zur Förderung des Wettbewerbs auf einem stark konzentrierten Markt. Auf der einen Seite trägt das Projekt in Zusammenarbeit mit der Organização das Cooperativas Brasileiras (OCB) und dem genossenschaftlichen Finanzsektor dazu bei, die Präsenz der Kreditgenossenschaften im Norden und Nordosten Brasiliens zu erhöhen. Auf der anderen Seite fördert es eine angemessene Regulierung sowie eine effiziente und umsichtige Aufsicht, um nachhaltige, sichere und wettbewerbsfähige Finanzdienstleistungen anbieten zu können. Auf diese Weise stimuliert das Projekt in Zusammenarbeit mit der Zentralbank den Austausch von Erfahrungen und guten Praktiken auf nationaler und internationaler Ebene, insbesondere mit dem genossenschaftlichen Finanzsektor in Deutschland. Darüber hinaus fördert es ein besseres Verständnis für die Auswirkungen von Finanzkooperativen auf die teilnehmenden Gemeinden.

Die Aktivitäten des Projekts in Brasilien bedienen sich der folgenden Instrumente:

  • Nationale und internationale Seminare, Workshops und Veranstaltungen
  • Bereitstellung von Informationsmaterial (Publikationen, Videos)
  • Beratung und Überwachung von Genossenschaften
  • Ausbildung
  • Fachbesuche

Partner


OCB – Organização das Cooperativas Brasileiras

Das OCB ist die führende Organisation, die Genossenschaften in Brasilien vertritt. Sein Ziel ist es, durch politische und institutionelle Vertretung ein günstiges Umfeld für die Entwicklung der brasilianischen Genossenschaften zu fördern. Sie arbeitet an der Säule der erneuerbaren Energien als Chance für den Genossenschaftssektor sowie an Fragen der Ausbildung und Ausweitung der Tätigkeit und Präsenz von Kreditgenossenschaften in den Regionen im Norden und Nordosten Brasiliens.

SESCOOP – Serviço de Aprendizagem do Cooperativismo

SESCOOP ist die mit dem OCB verbundene Organisation des Genossenschaftssektors für die Bereiche Ausbildung und technische Beratung mit der Aufgabe, die Genossenschaftskultur zu fördern und ihr Management für eine weitere Entwicklung der brasilianischen Genossenschaften zu verbessern. Mit der Unterstützung des DGRV setzt sie das Programm „AcceleraCoop“ um, dessen Strategie sich auf die nördlichen und nordöstlichen Regionen Brasiliens (Pará, Tocantins und Ceará) konzentriert und die Synergien zwischen diesen Regionen stärkt und schafft.

BCB – Banco Central do Brasil

BCB ist die Zentralbank Brasiliens mit einem Mandat für die Regulierung und Überwachung des Finanzsektors einschließlich der Spar- und Kreditgenossenschaften. Zusammen mit der Universität der Zentralbank führt sie interne Ausbildungsaktivitäten (Zentralbankserver) und Aktivitäten durch, die für den Finanzkooperationssektor von Interesse sind.

Kontakt


Nina Hildebrandt

+49 228 8861 352
international@dgrv.de

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