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Bank- und Agrarwesen in Paraguay


Bei einem Treffen tauschten sich der DGRV, die Internationale Raiffeisen-Union sowie der Präsident der Bank BANCOP mit dem deutschen Botschafter in Paraguay zur nachhaltigen Entwicklung des Finanzwesens und der Agrarproduktion aus.

13. November 2020


Genossenschaften stehen für ein solides und langfristiges Wirtschaften. Die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung spielt daher bei unserer genossenschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit eine wichtige Rolle. Bei einem Treffen in Paraguay informierte sich der deutsche Botschafter in Paraguay Holger Scherf über die Möglichkeiten zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung durch genossenschaftliches Unternehmertum. Praxisnahe Einblicke lieferten der Präsident der paraguayischen Genossenschaftsbank BANCOP Ricardo Wollmeister, Edwin Reimer von der Internationalen Raiffeisen-Union und unser Mitarbeiter in Paraguay José-Manuel Bautista.


Von links nach rechts: Edwin Reimer (IRU), José-Manuel Bautista (DGRV), Botschafter Holger Scherf, Ricardo Wollmeister (BANCOP)

Eine besondere Bedeutung hat das genossenschaftliche Bank- und Kreditwesen: 11,75 Prozent der Bilanzsumme im Bank- und Kreditwesen Paraguays werden von genossenschaftlich organisierten Unternehmen erwirtschaftet. Zu den Genossenschaftsunternehmen im Finanzsektor zählen Banken (z.B. BANCOP), Versicherungen (Tajy oder Panal), Debit- und Kreditkartenunternehmen (z.B. Pay Group oder Cabal) sowie Unternehmen für Online-Bezahldienste. Ricardo Wollmeister erläuterte die Möglichkeiten zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung durch das Bankwesen. BANCOP kann den Genossenschaftsmitgliedern eigenständige Zahlungssysteme anbieten. Ein solches Zahlungssystem ermögliche es, zukünftig einen Großteil des Zahlungsverkehrs von Genossenschaften miteinander zu vernetzen.

Die Vernetzung der Genossenschaften durch BANCOP ist insbesondere für das Agrarwesen von Bedeutung: Fast 65 Prozent des Portfolios der BANCOP dient der Finanzierung des landwirtschaftlichen Sektors. In diesem Spannungsfeld wurde auch über ein mögliches Engagement des genossenschaftlichen Sektors in der nachhaltigen Fleisch- und Sojaproduktion hinsichtlich sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Themen diskutiert. Eine entscheidende Rolle könnte dabei dem Verband der Produktionsgenossenschaften FECOPROD zukommen. FECOPROD könnte eine sektorale Strategie für ein ausgewogenes Wachstum entwickeln.

Neben der Förderung einer nachhaltigen Entwicklung ging es bei dem Treffen auch um die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in Paraguay. José-Manuel Bautista berichtete über unsere Beratungstätigkeit für das Institut für die Regulierung und Überwachung des Genossenschaftssektors INCOOP. Diese hatte zum Ziel, die Aufsichts- und Überwachungsprozesse der Spar- und Kreditgenossenschaften in Paraguay zu unterstützen.

Botschafter Holger Scherf bedankte sich für die Einblicke und versprach, auch in Zukunft ein offenes Ohr für die Anliegen des DGRV in Paraguay zu haben.

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