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Bundeskongress genossenschaftliche Energiewende 2022


1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten den Livestream aus dem Haus der DZ BANK


Der DGRV-Vorstandsvorsitzender Dr. Eckhard Ott begrüßte die 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Bundeskongress genossenschaftliche Energiewende. Dr. Ott zeigte sich aufgrund der Eckpunkte der neuen Energiepolitik zuversichtlich. Die ambitionierten Ausbaupfade, die Anpassung von Fördersätzen und die Erhöhung der Ausschreibungsgrenzen für Erneuerbare Energien können die Handlungsmöglichkeiten für bürgergetragene Initiativen deutlich verbessern. Die formulierten Eckpunkte müssen schließlich auch in praxisnahe Maßnahmen umgesetzt werden.


Die zügige Umsetzung der geplanten Maßnahmen forderte auch Simon MüllerDirektor Deutschland der Agora Energiewende, in seinem Impulsvortrag. Nur so könnten die ambitionierten Klimaschutzziele der neuen Bundesregierung erreicht werden. Doch die Vorzeichen beschrieb Müller als sehr schwierig: Der Zielwert für die Klimaziele im Jahr 2021 wurde verfehlt. Der Anteil der Erneuerbaren Energien im Stromsektor ging gegenüber 2020 sogar zurück. Der Gebäude- und Verkehrssektor verfehlten ebenfalls die Klimaziele für 2021. Um das im Koalitionsvertrag festgehaltene Ziel von 80 Prozent regenerative Energien im Stromsektor bis 2030 zu erreichen, forderte er eine rechtssichere und verbindliche Bereitstellung von zwei Prozent der Landesfläche für Wind und einen massiven Ausbau der Photovoltaik. Dies gehe aber nicht ohne die Partizipation der Menschen vor Ort. Er erklärte außerdem, dass die derzeit hohen Energiekosten auf die teuren fossilen Energiepreise zurückzuführen sind. Konsequenz daraus ist ein beschleunigter Ausbau der Erneuerbaren Energien. Dies sei auch ein wichtiges Instrument gegen hohe Energiepreise.

Die Präsentation von Simon Müller zum Nachlesen finden Sie hier.

In seinem Impuls dankte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz Oliver Krischer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) den Energiegenossenschaften für die bisher geleistete Arbeit. Die neue Bundesregierung möchte die Rahmenbedingungen für Energiegenossenschaften im Strom-, Wärme- und Verkehrssektor verbessern. Hierbei sollen bürokratische Hürden abgebaut und neue Fördermaßnahmen umgesetzt werden. Insbesondere sollen Wärmenetze, PV-Dachanlagen, Mieterstrom und das Energy Sharing gefördert werden. In der kommenden EEG-Novelle soll eine neue De-Minimis-Regelung eingeführt werden. Dies würde eine Ausweitung der Ausschreibungsgrenze bedeuten. Nach seinem Vortrag stellte er sich den Einschätzungen und Nachfragen aus der energiegenossenschaftlichen Praxis.


Gerade die Rahmenbedingungen im Bereich Solarstrom betreffen ein wichtiges Geschäftsmodell für die Energiegenossenschaften. Diese sollen primär angepasst werden. Vier Praktiker stellten Forderungen aus der Photovoltaikpraxis vor:

  • Dr. Martin Schöfthaler, Vorstand der ErneuerbareEnergien Neckar-Alb eG (Photovoltaik(dach)anlagen)

⇒Hier die Präsentation zum Nachlesen

  • Felix Schäfer, Vorstand der Bürgerwerke eG (Energy Sharing)

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  • Ringo Lottig, Vorstand der Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft eG (Rahmenbedingungen für Mieterstrom)

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  • Jochen Hauff, Director of Corporate Strategy, Energy Policy & Sustainability der BayWa r.e. (Photovoltaik-Freiflächenanlagen)

⇒Hier die Präsentation zum Nachlesen


Nach der Mittagspause moderierte Dr. Andreas WiegLeiter der Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften, die Podiumsdiskussion zur Energie- und Klimapolitik. Diskutiert wurden die geplanten Maßnahmen der neuen Bundesregierung. Dr. Nina Scheer MdB, Sprecherin für Klimaschutz und Energie der SPD-Bundestagsfraktion, versprach ein zügiges Umsetzen der vorgeschlagenen Maßnahmen. Carsten Müller MdB, stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Klimaschutz und Energie der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, betonte die Wichtigkeit des CO2-Preises als steuerndes Instrument. Dr. Julia Verlinden MdB, stellvertretende Vorsitzende für Klima, Energie, Bauen, Umwelt, Verkehr, Landwirtschaft und Tourismus der BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN-Bundestagsfraktion, erläuterte den Bürgerenergiewendefonds als wichtige Maßnahme neben der De-Minimis-Neuregelung. Michael Kruse MdB, energiepolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, versprach einfache Regeln und ökonomische Anreize für das Energy Sharing. Ralph Lenkert MdB, Sprecher für Energie und Klimaschutz für Die Linke-Bundestagsfraktion, forderte einen Fokus auf die dezentrale Nutzung von Wind- und Solarstrom und die Förderung von ökologischem Verhalten. Auch die Zuschauerinnen und Zuschauer kamen wieder zu Wort.


Katharina Messer von der R+V Versicherung moderierte die Innovationsschau mit sechs spannenden Projekten. Mit dabei waren:

  • Floating PV – Grünstrom von ungenutzten Wasserflächen, Toni Weigl, Head of Product Management Floating-PV, BayWa r.e.

⇒Hier die Präsentation zum Nachlesen

  • Plattform für genossenschaftliche E-Mobilität, Jonas von Obernitz, Projektreferent, Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften beim DGRV

⇒Hier die Präsentation zum Nachlesen

  • Dezentrale Energielösungen für städtische Quartiersentwicklung, Ulrich Brüggerhoff, Vorstand, Claudia Maier, Geschäftsleiterin und Prokuristin, Isarwatt eG

⇒Hier die Präsentation zum Nachlesen

  • Solarpark mit Batteriespeicher, André Luh, Teamleitung Projektentwicklung und Bau Photovoltaik, Prokon Regenerative Energien eG

⇒Hier die Präsentation zum Nachlesen

  • Kaltes Nahwärmenetz, Rolf Gildehaus, Patrick Leuschner, Energiebeschaffung und Vertrieb, Teutoburger Energie Netzwerk eG

⇒Hier die Präsentation zum Nachlesen

  • REWE Green Farming – Supermarkt umgedacht, Klaus Wiens, Funktionsbereichsleiter Bauwesen Filialbau REWE, REWE Markt GmbH

⇒Hier die Präsentation zum Nachlesen

Den Publikumspreis gewannen Rolf Gildehaus und Patrick Leuschner mit dem Projekt der kalten Nahwärme von Teutoburger Energie Netzwerk eG.


Wir bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, den Zuschauern und bei unseren freundlichen Unterstützern, der R+V Versicherung AG, der BayWa r.e. renewable energy GmbH und der EWS Elektrizitätswerke Schönau eG sowie der Agentur für Erneuerbare Energien e.V.

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